Saphirkomponenten im Einsatz für die Kernfusion

KYBURZ SAPPHIRE am ITER-Projekt beteiligt

28. April 2026

Beim internationalen Fusionsforschungsprojekt ITER in Südfrankreich kommen hochpräzise Saphirkomponenten von KYBURZ SAPPHIRE zum Einsatz – entwickelt in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus Industrie und Forschung.

Das Ausloten physikalischer Grenzen gehört für die Prozesstechniker von KYBURZ SAPPHIRE zum Alltag in der Bearbeitung ultraharter Materialien wie Saphir und technischer Keramik. Im Idealfall lassen sich optimale Werkzeug- und Prozessparameter bereits in der ersten Prototypenphase definieren. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass belastbare Ergebnisse oft erst nach mehreren Iterationen entstehen. Entscheidend sind dabei fundiertes Prozessverständnis, langjährige Erfahrung sowie die präzise Abstimmung von Werkzeugen und Bearbeitungsstrategien. So entstehen Lösungen, die unter anspruchsvollsten Bedingungen bestehen und uns wie auch unsere Kunden immer wieder überzeugen.

Mit dem Ausloten physikalischer Grenzen – jedoch in deutlich grösserem Massstab – befasst sich auch eine internationale Forschungsgemeinschaft im Rahmen des ITER-Projekts. In Cadarache in Südfrankreich entsteht derzeit der weltweit grösste Fusionsreaktor. Ziel ist es, ab 2034 erstmals nachzuweisen, dass durch Kernfusion – ähnlich den Prozessen in der Sonne – eine Leistung von 500 Megawatt erzeugt werden kann. Dies entspricht der Leistung von rund 80 grossen Windkraftanlagen bei optimalen Windverhältnissen. Im Unterschied zur Kernspaltung entstehen dabei weder klassische radioaktive Abfälle noch klimaschädliche Emissionen, wodurch die Kernfusion langfristig eine vielversprechende Ergänzung im Energiesystem darstellt.

Im Rahmen einer langjährigen Entwicklungszusammenarbeit mit Forschern und Ingenieuren von INFICON ist auch KYBURZ SAPPHIRE an diesem Projekt beteiligt. Gemeinsam wurden anspruchsvolle Saphirkomponenten entwickelt, getestet und kontinuierlich optimiert. Ergänzt wurde die Zusammenarbeit durch OPCOS, deren Team die Herausforderung übernahm, extrem dünne Saphirscheiben, mit einem Gewicht von rund 1.4 Gramm pro Stück, mittels spezialisierter PVD-Verfahren mit optischen Schichten zu versehen.

Die Saphirkomponenten werden durch INFICON in robuste Vakuummessgeräte integriert. Diese sind darauf ausgelegt, auch unter hoher Strahlenbelastung zuverlässige Messdaten aus der torusförmigen Vakuumkammer des Reaktors zu liefern und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum sicheren Betrieb der Anlage.

Ende März 2026 bot sich im Rahmen eines Besuchs auf der ITER-Baustelle in Cadarache die Gelegenheit, die Dimensionen der Anlage sowie den zukünftigen Einsatz der entwickelten Komponenten vor Ort zu erleben. Die Zusammenarbeit zeigt exemplarisch, wie industrielle Präzision und internationale Forschung ineinandergreifen, um technologische Grenzen weiter zu verschieben. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die spannende Zusammenarbeit in diesem wegweisenden Projekt.

Mehr Informationen zum internationalen Fusionsprojekt ITER

Unsere Partner:

INFICON
https://www.inficon.com/de

OPCOS
https://www.opcos.ch/index.php/de/

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